Gezeitenkalender 2019 und 12 neue Originale von Jakobus Durstewitz

Jakobus Durstewitz - Gezeitenkalender 2019

Es ist vollbracht… Unser Jahreskalender 2019 ist verfügbar.

Hammerkopf, Neues Kraftwerk, Frisia XV, Löschen II, Schulte & Bruns – bereits ein Blick auf die Titel der zwölf Ölbilder zum Gezeitenkalender von Jakobus Durstewitz reicht, um zu verstehen: Das hier ist weniger Seeromantik denn Hafenindustrie und steht der künstlerischen Industriefotografie von Hilla und Bernd Becher (hier freilich innerhalb des malerischen Genres) deutlich näher als den seinerzeit von einigen misslaunigen Menschen als „Mehlschaumsuppenwerke“ verunglimpften Seelandschaften eines Caspar David Friedrich. Der Fluss und die See als angeeigneter und modifizierter Nutzraum. Nicht die gewaltige, unangepasste Natur steht hier im Vordergrund, sondern das Wasser als Arbeitsplatz, als Transportweg, Umschlagplatz und Hauptakteur von Industrialisierung und Globalisierung.

Der Aufhängekalender ist mit Abbildungen von 12 Gemälden mit Motiven aus dem Emder Hafen versehen und enthält Gezeitenangaben für jeden Tag von 2019. Er kommt im Format 30x30cm (30x60cm geöffnet), wurde in einer streng limitierten Auflage von 500 Exemplaren gedruckt und wurde vom Künstler nummeriert und handsigniert.

Jakobus Durstewitz - Gezeiten - Löschen II

Den Kalender gab es vorab exklusiv auf dem MS Dockville Festival zu erstehen. Jakobus war dort mit einem Stand vertreten, an dem er Bilder verkaufte, die er live vor Ort anfertigte. Die Preise waren günstig und so wundert es kaum, dass am Ende der dreitägigen Veranstaltung alle Bilder verkauft waren. Unter den Kunden fanden sich so illustre Namen wie Nena und Olli Schulz.

Die 12 Originalbilder zum Gezeitenkalender sind ebenfalls ab sofort im 30 Quadrat Shop erhältlich. Die meisten ganz traditionell in Öl auf Holz verbrachten Motive lassen sich nur vordergründig als nurmehr freundlich-industrieromantische Ansichten „lesen“, wenn einen hier die „reduzierte Palette“ – der Minimalismus in Form und Farbe – auch leicht in die Irre führt. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich kleine „Risse im Beton“; kaum merkliche Spannungen und Widersprüche treten zutage: Wie erklärt sich der oft auf seltsame Art fast banale Fokus (der Poller, die Dalbe)? Warum wirken die Motive wie in der Zeit eingefroren? Und überhaupt: Wo sind die Menschen? Offenbar haben wir es hier zumindest teilweise mit bedrohten, wenn nicht gar bereits verlassenen Orten zu tun. Das Oktober-Motiv „Unter Kränen“ (Beinahe liest man: „Unter Krähen“) hat in der Farbgebung geradezu etwas Dystopisch-Apokalyptisches an sich, während einen das August-Motiv erahnen lässt, wie schnell sich die Natur verlassene Industrieflächen zurückerobert. Insofern erweist sich der erste Eindruck einer ganz auf die Hafenindustrie konzentrierten Motivwahl als oberflächlich. Zwar rauchen noch ein paar Schornsteine, aber die Natur ist nicht abwesend. Sie wartet.

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